Liebe Gemeinde,

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde“ (Lukas 2) 

Ein Gebot, neu für die Menschen damals, das vielerorts gewiss Unruhe brachte, zumindest in den Herzen. Sich eintragen lassen in Listen, sich auf einen ungewissen Weg begeben. 

Nach Bethlehem - ein winziger Ort, der mit dieser Schätzung in die Weltgeschichte einging! Bethlehem - ein Ort, von dem Joseph sagt, es sei sein Heimatort. Doch was ist Heimat? Der Ort, wo ich lebe und liebe, oder der Ort, wo meine Vorfahren herkommen?

„Ach Joseph, das ist ja so schrecklich weit und auch noch jetzt in dieser Zeit“ – so klagt Maria. Verständlicherweise, in ihrem Zustand. Doch Heiligabend 2020 „auch noch jetzt in dieser Zeit!“ -

  • wo die Häuser eher verschlossen bleiben und lediglich der Postbote noch klingelt
  • wo der Verkündigungsengel kurzfristig Vertretung bekommen musste 

  • und das Home-Office unsere Nerven und das Internet überfordert

Ja, wir alle hatten uns Heiligabend, wie Maria, vermutlich anders vorgestellt. Doch zugleich spüren wir, dass auf diesem Abend und dem Weihnachtsfest dennoch eine wunderbare Verheißung liegt. Dass die Kinder auch in diesem Jahr neugierig auf die Geschenke sind. Und den schön geschmückten Baum gibt es auch. Ich mag ihn mit Strohsternen – die einfach sind, wie die Krippe damals, und dennoch wie Gold glänzen. 

Und sicher kennen einige die Tradition, rote Äpfel an den Baum zu hängen, wenigstens einen kleinen, der an das Paradies erinnert? Wir freuen uns auf das gute Essen und ahnen schon jetzt den erschrockenen Blick auf die Waage.

Da stehen sie also im Licht, die Hirten, als der Engel zu ihnen tritt. So ein Leuchten und sie mittendrin. Angesehen und erkannt, so wie sie sind und so, wie wir sind. Ihr Dunkel wird hell. Und sie sind die ersten, die das hören:

„Euch ist heute der Heiland geboren!“ Heiland! – es wird gut werden, das steckt in der Botschaft der Engel. 

Doch halt: werden sie ihn erkennen, den Heiland? Gegen ihre Fragen gehen die Hirten los, ihre Furcht schwindet. Der Weg – er tut ihnen gut.

Liebe Gemeinde: Am Heiligabend zusammen kommen, es lässt sich zurückführen auf diesen Ort, den Stall von Bethlehem. Auch dort: zwei Haushalte - die kleine Familie und nicht mehr als 4 dazu kommende Hirten. Was sie verbindet, ist ihre Freude über dieses Kind.

Neue Gemeinschaft entsteht, angesichts der Krippe. Fremde kommen sich nahe, sehen im Kleinen eine große Hoffnung. 

Weihnachten – ein Fest der Hoffnung – dieses Jahr um so mehr. „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“ (Jesaja 9) – JA, für diese Hoffnung halten wir heute die Kirchen offen und feiern Christvespern. 

„Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten“ – sie blieben nicht lange. Doch die kurze Zeit reichte – sie waren beschenkt in ihrem Herzen.

Liebe Gemeinde, das ist Weihnachten: beschenkt werden im Herzen! Und so klingt es nach, was der Engel auch uns verkündigte: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“.

AMEN

(Foto der Weihnachtskrippe in der Markuskirche: Martin Hanusch)

Gottesdienste

Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende (Mt. 28, 20b)

Gemeinsam beten, christliche Musik erleben, Ruhe im Alltag finden, Kraft tanken für die neue Woche, die vor uns liegt - es gibt viele Gründe, immer wieder am Sonntagvormittag zum Feiern des Gottesdienstes zusammenzukommen. Wir freuen uns, dass uns dies seit dem Sonntag Kantate wieder möglich ist und laden Sie herzlich zu unseren Gottesdiensten ein. Gerne mit der ganzen Familie, denn wir bieten jede Woche auch einen Kindergottesdienst an.
Zum Schutz unserer Gemeindemitglieder gelten derzeit noch diese allgemeinen Vorgaben während unserer Gottesdienste:

  • Kommen Sie bitte mit Mundschutz,
  • die Gottesdienstdauer beträgt ca. 30 min, es wird weitgehend auf Gemeindegesang verzichtet.
  • Wir führen eine Teilnehmerliste,
  • der Mindestabstand von 1,5 m und die allgemeinen Hygienevorgaben werden eingehalten.
  • Kirchencafé kann im Anschluss an den Gottesdienst noch nicht wieder angeboten werden.

Wir freuen uns, Sie begrüßen und gemeinsam Gottesdienst feiern zu können!